الفنان معتز الكردي

Damaskus ist der Ort, an dem meine bildnerische Sprache begann. Nicht in einem bestimmten Moment, sondern im Alltag – zwischen Sprache, Geräusch, Schrift, Geruch. Heute lebe ich in Wien. Der Abstand verändert den Blick, aber er löscht nichts aus.

Meine künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Zeichnung und Druckgrafik. Ich arbeite mit reduzierter Farbigkeit. Diese Entwicklung kam mit der Zeit – weg von der Malerei in Richtung Linie, Fläche, Wiederholung.

Die Wiederholung ist für mich kein technischer Vorgang, sondern eine Denkweise. Ein Zeichen taucht mehrmals auf, verändert sich, verliert seine ursprüngliche Lesbarkeit und wird Teil einer neuen Ordnung.

In vielen meiner Arbeiten erscheinen arabische Gedichte, die ich selbst schreibe. Die Sprache löst sich vom Sinn, wird zu Rhythmus, zu Form, zu Bewegung.

Ich konzipiere installative und konzeptuelle künstlerische Arbeiten, in denen persönliche Erfahrungen mit politischen und sozialen Aspekten in Berührung kommen.

Manche Fragmente steigen auf unter Staub – flüchtig, doch eindringlich. Es sind Bilder, die Geschichte in sich tragen; ein Zustand, der sich bewegt, der aufbricht, der bleibt. Ihre Spuren zeigen sich in Formen, die manchmal aus Vertrautem hervorgehen und als Nachhall in neue Bedeutungen übergehen. Dabei wird nichts erklärt, sondern beobachtet, verschoben, wiederholt. Manche Inhalte treten offen auf, andere bleiben zurückhaltend.

Für mich ist Kunst kein Ort für fertige Antworten, sondern für offene Fragen – über das, was war, was bleibt, und was sich nicht eindeutig benennen lässt.